Wer mich kennt, wird ihn kennen:
Treffen sich zwei Typen.
- "Du, ich hab gehört, du machst jetzt Musik im Quartett."
- "Jau."
- "Wieviel seid ihr denn?"
- "Drei."
- "Wer denn?"
- "Ich und mein Bruder."
- "Wie? Du hast'n Bruder?"
- "Nö."
Ich hab OpenOffice mal zählen lassen: Ich musste für diesen Witz 195 Zeichen notieren (ohne Zeilenumbrüche!). Obwohl ich das vom Umfang her noch als Microblogging bezeichnen würde gilt: Twitteralarm!!! Als Twizz sähe er also so aus:
Guter #Witz mit #Quartett. Treffen sich zwei Typen - "Du, ich hab gehört, du machst jetzt Musik im Quartett." weiter http://bit.ly/dkiMYc
Puh! 138 Zeichen. Um zu wissen, wie es weitergeht, muss ich also auf diesen bit.ly-Link klicken (und als Publisher des Witzes muss ich ihn übrigens zuvor an zwei Stellen veröffentlichen!). Im besseren Fall führt er in ein Blog oder auf eine öffentlich zugängliche Twitter- oder Facebook-Seite. Im schlechteren (passiert mir mittlerweile häufig genug) auf eine geschlossene Twitter- oder Facebook-Seite. Pffft!
"Aber Witzeerzählen als Rechtfertigung für Buzz...?" höre ich den ein oder anderen einschreiten.
Vorab: Das soll ja nicht unbedingt eine Rechtfertigung für Buzz sein. Ich will zunächst einmal nur beschreiben, was mich an Twitter nervt. Und das tut es (auch wenn ich es bisher nur testweise benutzt hab) bei soup.io schon weniger. Und bei Facebook ginge das sicherlich auch super. Aber ich bin halt eh schon bei Google – und das für mich ist der Anlass, Twitter mit Buzz zu vergleichen. Twitter ist übrigens ungemein sexy – Google müsste Buzz für mich nicht erfinden (schon allein deshalb, weil ich dieses süße Blog hier führe), Twitter könnte sich ja auch einfach verbessern.
Also: Buzz muss ja nicht allein eine Weihstätte des Witzes sein Neulich hat eine Buzz-Followerin eine technische Frage zu irgendeiner Voice-App gehabt. Sie hätte sie nun natürlich auch googlen können und wäre in irgendwelchen Foren gelandet, wo irgendwelche herumpöbelnden Freaks harmlose Fragesteller für zu doof zum Woanders-Suchen erklären. Doch sie hat die Frage als Buzz veröffentlicht und ein paar freundliche Antworten ihrer Follower, die sie i.d.R. persönlich kennt, bekommen. Diese Antworten waren wunderbar als Kommentare unter dem Buzz aufgelistet. Sie konnte auf diesem Weg Rückfragen stellen - Buzz als kleines, persönliches, auf eine Frage beschränktes Miniforum sozusagen. Ich will mir gar nicht ausmalen, wie das mit Tweets und Retweets ausgesehen hätte.
Schließlich noch'n Vorteil von Buzz (und mit dem steht Buzz glaubich sogar alleine da): Man kann für jeden/s Buzz die 'Privatheit' sehr genau einstellen (ja ja, ich weiß: 1. funktionierte das wohl nicht richtig und 2. sollte man von 'Privatheit' im Netz ohnehin nicht sprechen*). Es ist ja nichts abstrakt Fiktives sondern durchaus aus dem Leben gegriffen, wenn man den Witz oben der Weltöffentlichkeit mitteilen, die Frage zu Voice aber nur im privaten Rahmen stellen will (oder umgekehrt). Bei Twitter geht meines Wissens nur entweder "alle dürfen alle Tweets sehen" oder "nur Follower dürfen alle Tweets sehen". Bei Soup ist's ebenso, und bei Facebook doch auch, oder?
Daß in den ersten Buzz-Tagen Vieles großer Mist war, darüber wurde ja viel berichtet und ich stimme vielen Dingen zu. Daß Google auf so aggressive Weise etwas so Unausgereiftes, teilweise Unbedienbares und sogar Hässliches (Profilseiten) startet und so viele Benutzer abschreckt, das erinnert mich tatsächlich an Microsoft, womit auch Andreas Göldi Google vergleicht (allerdings größtenteils in anderer Hinsicht und seiner Analyse stimme ich nur teilweise zu; doch darauf gehe ich hier jetzt nicht ein).
* ich habe bspw. ein Bild als privat gepostet, das öffentlich aufrufbar ist – allerdings mit dem netten Hinweis "Nicht öffentlich".
Kommentare
14.02.2010 - 13:12 — Ben (not verified)
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14.02.2010 - 13:19 — Thomas
? (ich bin zu uncool, um das
? (ich bin zu uncool, um das zu verstehen)
14.02.2010 - 19:48 — Ben (not verified)
Nein, bist Du nicht:
Nein, bist Du nicht: http://anmutunddemut.de/2007/08/07/der-punkt
14.02.2010 - 19:53 — Thomas
Oh, etwas aber doch: Du hast
Oh, etwas aber doch: Du hast das schon vor ZWEIKOMMAFÜNF Jahren gepostet! Und selbst da war es uralt ;)
15.02.2010 - 17:03 — Ben (not verified)
Siehste. Damit sind wir dann
Siehste. Damit sind wir dann beide gleichunkuhl.
15.02.2010 - 21:13 — Thomas
Es gibt ja ohnehin nur cool
Es gibt ja ohnehin nur cool und uncool und wie man sich fühlt.