Ich schäme mich etwas, denn ich muss einem Kommentar auf spiegel.de zumindest teilweise zustimmen; insbesondere der Passage, in welcher sich Verfasser Michael Sauga darüber beklagt
Wer in der Bundesrepublik mit einem Vollzeitjob sein Brot verdienen will (...) sieht sich einem Arbeitsmarkt ausgesetzt, in dessen unterer Etage es mitunter zugeht wie im Frühkapitalismus, Gewerkschaften kaum etwas zu sagen haben und es nicht einmal allgemeine Mindestlöhne gibt. (...)
Leistung muss sich lohnen: Das Motto der schwarz-gelben Koalition muss nicht nur vielen Geringverdienern wie Hohn vorkommen, sondern auch den Arbeitslosen. Dass jeder Job zumutbar ist, war der Kernsatz der Hartz-Reform. Die Frage ist nur, ob das auch für jene Stellen gilt, bei denen selbst nach einer 40-Stunden-Woche unter dem Strich nicht mehr übrig bleibt als der Hartz-IV-Satz? [spiegel.de]
Schlimmer noch: Es geht über Zustimmung hinaus, ich bin in den letzten Wochen lediglich noch nicht dazu gekommen, hier einen Beitrag mit fast identischem Wortlaut (vielleicht nicht so fein formuliert, höchstwahrscheinlich viel populistischer) niederzuschreiben und hätte ergänzend vielleicht noch höchst populistisch gefragt, wie ernstzunehmen der Leistung-Muss-Sich-Lohnen-Spruch eigentlich in der höchsten Etage des Arbeitsmarkt ist, also dort, wo mit diesem Spruch gerne argumentiert und warum sich Mindestlohnbefürworter dieses griffige Mindestlohngegner-Argument eigentlich noch nicht zu eigen gemacht haben (ich sie zumindest noch nicht damit argumentieren gehört habe).
KOMMENTARE
---------------------------------------------------------------------Kommentarfunktion abgeschaltet, weil das Blog hier nicht mehr aktiv ist.